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Alfredo Polti SA, Grono


Projekt IN-CAVA, Roveredo mit Calanca Gneiss

Projekt: IN-CAVA, Roveredo
Projektplaner: José Stefanini, JS Studio, 6535 Roveredo
Teil des Planes: Steinauskleidung der Fassade
Material: Calanca-Gneiss

Philosophie und Technik: Die Steinverkleidung (Calanca-Gneiss) wurde bereits als Konzept während der Vorprojektierungsphase mit grossen und dicken Platten vorgeschlagen. Man wollte so im grossem Massstab das Profil eines Rohsteinblocks wiedergeben und dabei das geometrische Verhältnis beibehalten. Von daher kommt die Bezeichnung IN-CAVA (in der Steingrube).

Während der Projektierungsphase traten einige Schwierigkeiten auf. Zuallererst setzten wir uns mit der Auswahl des Verankerungssystems auseinander, wobei die herkömmlichen und standardisierten Produkte auf dem Markt diese Probleme aufgrund von fehlenden Bezugswerten nicht lösen konnten (hohe Ausmasse und hohes Gewicht der Platten). Zweitens musste das Verlegungsschema maximal rationalisiert werden (Plattenmodul in der Höhe), obwohl als architektonisches Endprodukt im Endeffekt eine scheinbare "Unordnung" und "Bewegung" der Fassade gesucht wurde. Drittens musste die Genauigkeit und Zweckmässigkeit bei der Verlegung beachtet werden (maximale Leistung mit den wenigsten Bewegungen).

Es handelt sich dabei im Wesentlichen um eine belüftete Fassade. Auf der Baustelle war es vor der Durchführung der Auskleidung und bei Fertigstellung des Rohbaus notwendig, die Fassadengerüste abzubauen, welche die Fortbewegung der Platten durch den Kran bei der Verlegung behindert hätten. Sämtliche nachfolgenden Montageschritte erfolgten mittels einer ausfahrbaren Gondel.

Zuerst wurde eine genaue Absteckung für die mechanischen Halterungen zur Plattenanstützung mittels Hilty HAS-R M12 und des chemischen Verankerungsmittels HVU durchgeführt. Daraufhin wurden die Profile aus verzinktem Stahl LNP180x180x16mm zur Abstützung der Platten selbst verlegt.

Der notwendige Genauigkeitsgrad (Toleranz) entsprach 30mm bei einer Gesamtmontagehöhe von 5.92m (±2.5mm/m). Die Toleranz wurde vollständig eingehalten. Auf jeden Fall wurden Ösen in den Profilen eingebracht, welche bei Bedarf zur Einstellung der Steinplatten verwendet würden.

Da sich die Fassade in einem Abstand von ungefähr 10cm von der senkrechten Betonwand befindet, musste auch das Problem des Regenwasserauffangens gelöst werden, welches im Falle von starken Gewittern womöglich die Betonwand selbst betroffen hätte (Oberflächengleiten); deshalb wurde die Abdichtung des Stahlprofilsockels durchgeführt sowie ein Plastiktropfblech in der Untersicht des überhängenden Deckensegels verlegt.

Der Einbau der Steinplatten (Höchstausmasse 200x76.6x18cm) erfolgte in einem Rhythmus von ca. 35 m² pro Woche (Mannschaft, bestehend aus zwei Arbeitern). Die Montage und die Fixierung (durch Stahlstifte, Durchmesser 10mm) wurde im Sinne der Einfachheit und Zweckmässigkeit mittels der im Vorfeld aufgebauten Halterungen durchgeführt.

Für die Steinauskleidung von ca. 130 m2 (ungefähr 40 Tonnen) wurden im Durchschnitt 107 kg/m2 Stahl sowie 7 Verankerungen/m² verwendet.

Das Ergebnis kam zweifelsohne durch die starke Leistung aller beteiligten Akteure sowie durch die Aufgeschlossenheit bei der Behandlung von auf dem ersten Blick komplexen Themen im Bereich Architektur und Dynamik zustande. Dazu muss angemerkt werden, dass die Bearbeitung, die Vorbereitung sowie die Pflege der Steine (in der Steingrube Alfredo Polti – Arvigo) in jeder Hinsicht sehr genau war.

Ich habe des Öfteren über die wichtige Rolle dieses edlen Materials nachgedacht und es mir manchmal als einen mit den geistigen, physischen und philosophischen Anstrengungen vollgesogenen "Schwamm" vorgestellt.